Von Ingo Kuhl, Vizepräsident für Technologie und Produktentwicklung, Weiler Abrasives
In der globalen Fertigungsindustrie hat sich Nachhaltigkeit von einem projektspezifischen Schwerpunkt zu einer grundlegenden Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit entwickelt. Für Unternehmen in den USA und der EU wächst der Druck durch Kunden, Investoren und Regulierungsbehörden, die Umweltbelastung deutlich zu reduzieren.
Auf einen Blick: Nachhaltigkeit in der Schleifmittelherstellung
Längere Produktlebensdauer, weniger Abfall und geringere Emissionen stehen im Fokus
Über 50 % der CO₂-Belastung entstehen bei der Rohstoffbeschaffung
Innovationen umfassen ungiftige Chemikalien, optimierte Nutzung und Recyclinglösungn
Programme wie WCPunterstützen Kunden bei der Reduzierung von Emissionen
Nachhaltigkeit beeinflusst direkt Kosten, Effizienz und regulatorische Anforderungen
ABei Weiler Abrasives verstehen wir Nachhaltigkeit nicht als einmalige Initiative, sondern als kontinuierlichen Prozess, der fest in unserem täglichen Handeln verankert ist. Sie ist ein zentraler Treiber unserer Produktinnovation und verbindet Umweltverantwortung mit hoher Leistungsfähigkeit und Kosteneffizienz für unsere Kunden .
Unsere Fortschritte wurden kürzlich von den Sustainable European Abrasive Manufacturers (SEAM) anerkannt. Im CO₂-Emissionsbericht vom März 2026, wurde Weiler als eines von nur elf Unternehmen der Branche für seine Klimaschutzleistungen im Geschäftsjahr 2024 ausgezeichnet. Mit einer Emissionsreduktion von über 4 % bewegen wir uns im Einklang mit dem Dekarbonisierungspfad der Science Based Targets Initiative (SBTi) und tragen aktiv zum 1,5°C-Ziel bei.
Der SEAM-Bericht zeigt, dass die Gesamtemissionen der Branche zwar weitgehend stabil bleiben, führende Unternehmen wie Weiler jedoch durch Energieeffizienz, Prozessoptimierung, Elektrifizierung und den Einsatz erneuerbarer Energien einen strukturellen Wandel vorantreiben.
Warum Nachhaltigkeit die Schleifmittelherstellung verändert
Noch vor wenigen Jahren wurde Nachhaltigkeit oft als „Nice-to-have“ betrachtet. Heute ist sie ein integraler Bestandteil unseres Entwicklungsprozesses – gleichwertig mit Leistung, Sicherheit und Kosten.
Nachhaltigkeit als zentraler Entwicklungsfaktor
Dies zeigt sich bei der Entwicklung neuer Produkte in verschiedener Hinsicht, zum Beispiel:
Längere Lebensdauer für weniger Abfall
Schleifmittel mit längerer Standzeit reduzieren den Verbrauch erheblich. Produkte wie Metalynx und Tiger 2.0 erreichen bis zu 40 % längere Lebensdauer und verbessern damit direkt das EHS-Profil unserer Kunden.
Effizienz durch optimale Nutzung
Mit der Optimum Use Line bieten wir eine visuelle Orientierung, die Anwendern hilft, Produkte vollständig auszunutzen. Das reduziert Unsicherheiten und vermeidet unnötige Entsorgung.
Sichere Alternativen zu kritischen Chemikalien
Ein zentraler Fokus liegt auf der Entwicklung ungiftiger Alternativen zu bestehenden Chemikalien. Dabei geht es nicht nur um Ersatz, sondern um echte Innovation: Neue Lösungen müssen dieselbe Leistungsfähigkeit bieten und gleichzeitig industriell skalierbar sein. So reduzieren wir Umweltbelastungen, ohne Kompromisse bei der Qualität einzugehen.
Nachhaltigkeit entlang der gesamten Lieferkette
Mehr als 50 % der CO₂-Emissionen entstehen bereits bei der Herstellung der Rohstoffe. Deshalb ist die Auswahl nachhaltiger Lieferanten entscheidend .
Wir setzen auf Transparenz bei Materialherkunft und Energieeinsatz und arbeiten eng mit unseren Partnern zusammen, um nachhaltige Lösungen zu entwickeln und mit Lieferanten zusammenzuarbeiten, die unsere Umwelt-, Sozial- und Governance-Grundsätze (ESG) teilen. Bereits auf Materialebene können so Emissionen reduziert und der Anteil recycelter Inhalte erhöht werden.
Nachhaltige Produktion in der Praxis

Neben der Produktentwicklung setzen wir auch in unseren eigenen Werken konkrete Maßnahmen um.
Unser Standort in Slowenien dient als Best-Practice-Beispiel: Produktionsabfälle werden intern recycelt und teilweise wiederverwendet. Allein im Jahr 2024 konnten wir die Recyclingmenge um 128 Tonnen steigern.
Zusätzlich investieren wir in erneuerbare Energien und energieeffiziente Technologien, wie moderne HVAC-Systeme, um den Energieverbrauch weiter zu senken.
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Mehrwert für Kunden: Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil
Nachhaltigkeit endet nicht an unseren Werkstoren. In vielen Anwendungen entsteht ein erheblicher Teil der Emissionen erst beim Einsatz unserer Produkte durch den Kunden.
Unser Weiler Consumable Productivity (WCP) Programm unterstützt Kunden dabei, Prozesse zu optimieren, Abfall zu reduzieren und ESG-Ziele zu erreichen.
Durch datenbasierte Analysen können Unternehmen ihre Effizienz steigern und gleichzeitig regulatorische Anforderungen erfüllen.
Ein globales Engagement für nachhaltige Innovation
Als Gründungsmitglied von SEAM, trägt Weiler Abrasives aktiv zur Entwicklung von Branchenstandards im Bereich Nachhaltigkeit bei. Diese Standards prägen unsere Produktentwicklung weltweit und stellen sicher, dass wir höchste Anforderungen an Umwelt- und Sozialverantwortung erfüllen.
Für uns und viele unserer Kunden sind Effizienz und Nachhaltigkeit heute untrennbar miteinander verbunden. Während politische Ziele wie Klimaneutralität bis 2050 wichtige Impulse setzen, liegt unser Fokus darauf, schon heute die effizientesten Lösungen bereitzustellen und damit eine nachhaltigere Zukunft aktiv zu gestalten.
